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Auswandern nach Dubai 2026: Der große Leitfaden für Gründer

Auswandern nach Dubai als Gründer: Visa, Freezone oder Mainland, 9 % Körperschaftsteuer, fehlendes DBA, Außensteuergesetz und Kosten – Stand 2026.

LH

Aktualisiert am 16.10.2026

Auswandern nach Dubai

Auswandern nach Dubai gilt unter Gründern und Selbstständigen oft als Abkürzung zu niedrigen Steuern. Tatsächlich erheben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) keine Einkommensteuer für Privatpersonen, und Firmen lassen sich in einer der vielen Freezones schnell und digital gründen. Dazu kommen ein internationaler Flughafen-Hub, eine große Expat-Community und eine gut ausgebaute Infrastruktur.

Doch so einfach, wie es Social-Media-Videos darstellen, ist der Schritt nicht. Seit 2023 gibt es eine Körperschaftsteuer, seit Ende 2021 kein Doppelbesteuerungsabkommen mehr mit Deutschland, und das deutsche Außensteuergesetz greift beim Wegzug in Niedrigsteuerländer besonders streng.

Dieser Leitfaden zeigt dir, welche Visa für Selbstständige infrage kommen, wie die Firmengründung funktioniert, was steuerlich in Dubai und Deutschland gilt und was das Leben kostet. Stand: Oktober 2026. Ohne individuelle Steuerberatung solltest du diesen Schritt nicht gehen.

Warum nach Dubai auswandern?

  • Keine Einkommensteuer für natürliche Personen auf Gehalt, Dividenden oder private Kapitalerträge.
  • Schnelle Firmengründung in Freezones, oft vollständig online und mit 100 Prozent ausländischem Eigentum.
  • Lage: Drehkreuz zwischen Europa, Asien und Afrika, gute Flugverbindungen nach Deutschland.
  • Internationales Umfeld: Englisch ist Geschäftssprache, rund 90 Prozent der Einwohner sind Ausländer.
  • Sicherheit und Infrastruktur: moderne Straßen, Metro, digitale Behörden.

Gegen das Auswandern nach Dubai sprechen hohe Lebenshaltungskosten, extreme Sommerhitze und ein Aufenthaltsrecht, das eng an Visum, Firma oder Arbeitgeber gekoppelt ist. Welche grundsätzlichen Fragen du bei einer Gründung im Ausland klären solltest, fasst der Beitrag International gründen zusammen.

Auswandern nach Dubai: Voraussetzungen und Visa

Beim Auswandern nach Dubai reist du mit deutschem Pass zunächst visumfrei als Tourist ein. Zum Leben und Arbeiten brauchst du ein Residence Visa samt Emirates ID. Für Selbstständige und Gründer sind vor allem diese Wege relevant:

Visum Geeignet für Kernvoraussetzungen Laufzeit
Investor- / Partner-Visum Gründer mit eigener Firma Freezone- oder Mainland-Lizenz, Visa-Kontingent der Firma meist 2 Jahre, verlängerbar
Freelance-Visum Freiberufler Freelance-Permit einer Freezone oder des Arbeitsministeriums meist 2–3 Jahre
Green Visa (Freelancer) etablierte Selbstständige Freelance-Permit, Hochschulabschluss oder Fachdiplom, mind. 360.000 AED Jahreseinkommen in den letzten zwei Jahren 5 Jahre
Golden Visa Investoren, Unternehmer, Spezialisten z. B. Immobilie ab 2 Mio. AED oder qualifizierte Unternehmer-Kriterien 10 Jahre

Für alle Visa ist eine medizinische Untersuchung vor Ort Pflicht, außerdem eine Krankenversicherung. Die Emirates ID ist der zentrale Ausweis für Bankkonto, Mietvertrag, Telefon und Behördengänge. Wichtig: Läuft deine Lizenz aus oder schließt du die Firma, verlierst du in der Regel auch das daran hängende Visum.

Firma in Dubai gründen: Freezone oder Mainland

Die wichtigste Gründungsentscheidung ist der Standort deiner Lizenz. In Dubai und den Nachbaremiraten gibt es Dutzende Freezones mit eigenen Behörden und Preismodellen. Daneben steht das Festland (Mainland) mit Lizenz über das Department of Economy and Tourism.

Kriterium Freezone Mainland
Eigentum 100 % ausländisch für die meisten Tätigkeiten heute ebenfalls 100 % möglich
Kunden v. a. international und innerhalb der Freezone; direkter Handel auf dem lokalen Markt eingeschränkt uneingeschränkter Zugang zum lokalen Markt und zu Behördenaufträgen
Körperschaftsteuer 0 % auf qualifizierende Einkünfte möglich, sonst 9 % 9 % über 375.000 AED Gewinn
Büro Flexi-Desk oder virtuelles Büro oft ausreichend physisches Büro meist erforderlich
Gründung oft online in wenigen Tagen etwas aufwändiger

Die Kosten hängen von Freezone, Tätigkeit, Anzahl der Visa und Bürolösung ab. Rechne mit jährlichen Lizenzgebühren im Bereich mehrerer tausend Euro plus Visa-, Versicherungs- und Buchhaltungskosten. Vergleiche die Angebote direkt bei den Freezone-Behörden und lies das Kleingedruckte zu Verlängerungsgebühren. Danach folgt die Kontoeröffnung, die wegen strenger Compliance-Prüfungen häufig mehrere Wochen dauert.

Steuern in Dubai und in Deutschland

Steuern in den VAE

  • Einkommensteuer: keine für Privatpersonen.
  • Körperschaftsteuer: seit Juni 2023 9 Prozent auf Gewinne über 375.000 AED (rund 95.000 Euro). Kleine Unternehmen mit bis zu 3 Mio. AED Umsatz können die Small Business Relief beantragen, die für Steuerjahre gilt, die bis zum 31. Dezember 2026 enden. Auch Freelancer mit Lizenz können ab einem Jahresumsatz von 1 Mio. AED körperschaftsteuerpflichtig werden.
  • Freezones: Qualifizierte Freezone-Unternehmen zahlen auf qualifizierende Einkünfte 0 Prozent, müssen aber Substanz, geprüfte Abschlüsse und weitere Bedingungen erfüllen.
  • Mehrwertsteuer: 5 Prozent seit 2018.

Auch wenn die Steuerlast niedrig ist: Du musst dich für die Körperschaftsteuer registrieren, Erklärungen abgeben und Fristen einhalten. Bei Versäumnissen drohen Bußgelder.

Kein Doppelbesteuerungsabkommen mehr

Ein zentraler Punkt beim Auswandern nach Dubai: Das DBA zwischen Deutschland und den VAE ist am 31. Dezember 2021 ausgelaufen. Ein neues Abkommen ist nicht in Kraft: Beide Staaten haben im September 2026 zwar Verhandlungen über ein neues DBA aufgenommen, unterzeichnet ist bislang aber nichts. Bis dahin gelten allein die nationalen Regeln. Bleibst du in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, etwa weil du hier noch eine Wohnung hast oder dein Lebensmittelpunkt hier liegt, sind deine Einkünfte aus Dubai voll in Deutschland zu versteuern.

Außensteuergesetz: Wegzug in ein Niedrigsteuerland

  • Wegzugsbesteuerung (§ 6 AStG): Bei mindestens 1 Prozent Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft und sieben Jahren unbeschränkter Steuerpflicht in den letzten zwölf Jahren wird beim Wegzug der Wertzuwachs deiner Anteile besteuert. Die Steuer kann auf Antrag in sieben Jahresraten gezahlt werden, in der Regel gegen Sicherheitsleistung.
  • Erweiterte beschränkte Steuerpflicht (§ 2 AStG): Wer als Deutscher in ein Niedrigsteuerland zieht und wesentliche wirtschaftliche Interessen in Deutschland behält, bleibt bis zu zehn Jahre mit weiteren deutschen Einkünften steuerpflichtig.
  • Hinzurechnungsbesteuerung: Gewinne einer niedrig besteuerten ausländischen Gesellschaft können deutschen Gesellschaftern zugerechnet werden, solange sie in Deutschland steuerpflichtig sind.

Führst du deine deutsche GmbH aus Dubai weiter, kann zudem der Ort der Geschäftsleitung nach Dubai wandern, mit erheblichen Folgen für die Besteuerung der Gesellschaft. Wie deine deutsche Einkommensteuer im Wegzugsjahr berechnet wird, solltest du vorab mit deiner Steuerberatung klären.

Lebenshaltungskosten und Versicherung

Wer das Auswandern nach Dubai plant, muss hohe Kosten einrechnen, vor allem beim Wohnen und bei Schulen. Mieten werden häufig für ein Jahr im Voraus gezahlt, teils in wenigen Schecks. Die Werte unten sind grobe Orientierungsgrößen und schwanken stark je nach Viertel:

Posten Orientierung pro Jahr bzw. Monat
1-Zimmer-Apartment in beliebten Vierteln ca. 80.000–150.000 AED pro Jahr
Internationale Schule ca. 40.000–100.000 AED pro Kind und Jahr
Private Krankenversicherung (Einzelperson) je nach Alter und Umfang einige hundert bis tausend Euro pro Jahr und mehr
Lizenz, Visum, Emirates ID jährlich wiederkehrend, je nach Freezone

Beachte außerdem: Eine gesetzliche Rentenversicherung für Ausländer gibt es in den VAE nicht. Wer in Deutschland nicht weiter in die Rentenversicherung einzahlt, muss selbst vorsorgen. Prüfe außerdem eine Anwartschaftsversicherung bei deiner deutschen Krankenkasse für eine spätere Rückkehr.

Nach Dubai auswandern: Nachteile und Markt

  • Abhängiger Aufenthalt: Ohne Lizenz, Arbeitgeber oder Investition kein Visum.
  • Kosten: Mieten, Schulen und Lizenzgebühren fressen einen Teil des Steuervorteils auf.
  • Klima: Von Juni bis September sind Temperaturen über 40 Grad normal.
  • Rechtssystem und Kultur: Strenge Regeln zu Alkohol, öffentlichem Verhalten, Meinungsäußerungen und Social Media; Verstöße werden hart geahndet.
  • Wettbewerb: Viele Berater, Coaches und Agenturen drängen auf denselben Markt.

Gute Chancen haben Gründer mit internationalem B2B-Geschäft, Handel zwischen Europa, Asien und Afrika, Fintech, Logistik oder spezialisierten Dienstleistungen. Geschäftsbeziehungen beruhen stark auf persönlichem Vertrauen und Netzwerken; die Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer (AHK) ist eine erste Anlaufstelle.

Auswandern nach Dubai: To-dos in Deutschland

  1. Wohnsitz abmelden und Wohnung in Deutschland möglichst aufgeben, um die unbeschränkte Steuerpflicht zu beenden.
  2. Wegzugsbesteuerung, § 2 AStG und Hinzurechnungsbesteuerung mit einer Steuerberatung prüfen.
  3. Gewerbe abmelden oder umstellen, Finanzamt informieren; bei weitergeführter deutscher Firma eine Geschäftsanschrift sichern, siehe Firmensitz ohne Büro.
  4. Kranken- und Rentenversicherung klären.
  5. Dokumente (Urkunden, Zeugnisse) beglaubigen und für die VAE legalisieren lassen.

Auswandern nach Dubai in 6 Schritten

  1. Geschäftsmodell prüfen: Kläre, ob deine Kunden international sind (Freezone) oder ob du lokal verkaufen willst (Mainland), und welche Lizenztätigkeit du brauchst.
  2. Steuerberatung in Deutschland: Wegzug, Beteiligungen und künftige deutsche Einkünfte vor der Abmeldung durchrechnen lassen.
  3. Lizenz beantragen: Freezone auswählen, Firmennamen reservieren, Unterlagen einreichen, Lizenz und Visa-Kontingent erhalten.
  4. Visum und Emirates ID: Einreisegenehmigung, medizinische Untersuchung, biometrische Daten, Krankenversicherung.
  5. Bankkonto und Wohnung: Geschäfts- und Privatkonto eröffnen, Mietvertrag über das offizielle Registrierungssystem (Ejari) eintragen lassen.
  6. Steuerliche Registrierung: Körperschaftsteuer-Registrierung der Firma, ggf. Mehrwertsteuer, und für deine Nachweise gegenüber Deutschland später eine Steueransässigkeitsbescheinigung, die in der Regel einen Aufenthalt von mindestens 183 Tagen im Jahr voraussetzt.

Plane für den gesamten Umzug mehrere Monate und ausreichend Rücklagen ein. Wer Dubai mit einem Ziel innerhalb der EU vergleichen möchte, findet Informationen im Beitrag Auswandern nach Portugal.

Häufige Fragen

Was braucht man, um nach Dubai auszuwandern?

Einen gültigen Reisepass, ein Residence Visa (über Firma, Arbeitgeber, Freelance-Permit oder Investition), eine bestandene medizinische Untersuchung, eine Krankenversicherung, eine Unterkunft und ausreichende Rücklagen für Miete, Lizenz und die ersten Monate.

Wie kann ich als Selbstständiger nach Dubai auswandern?

Am häufigsten über eine Freezone-Lizenz oder ein Freelance-Permit mit daran gekoppeltem Visum. Erfahrene Freelancer mit hohem Einkommen können das fünfjährige Green Visa beantragen.

Warum nach Dubai auswandern – lohnt sich das steuerlich?

Nur, wenn du die deutsche Steuerpflicht wirklich beendest und die Regeln des Außensteuergesetzes beachtest. Bleiben Wohnung, Lebensmittelpunkt oder wesentliche Interessen in Deutschland, kann der Vorteil weitgehend entfallen.

Kann ich mit Hund nach Dubai auswandern?

Ja, mit Einfuhrgenehmigung des Umweltministeriums, Mikrochip, Tollwutimpfung und in der Regel einem Antikörpertest. Einige Hunderassen dürfen nicht eingeführt werden. Prüfe die aktuellen Vorgaben frühzeitig, da die Fristen mehrere Monate betragen können.

Wie lange dauert die Firmengründung beim Auswandern nach Dubai?

Eine Freezone-Lizenz ist oft in wenigen Tagen erteilt. Visum, Emirates ID und Bankkonto benötigen zusammen meist mehrere Wochen.

Fazit

Das Auswandern nach Dubai bietet Gründern und Selbstständigen eine schnelle Firmengründung, keine Einkommensteuer und ein internationales Umfeld. Der Steuervorteil ist aber kein Selbstläufer: Seit 2021 gibt es kein DBA mehr, das Außensteuergesetz greift beim Wegzug in Niedrigsteuerländer besonders streng, und hohe Lebenshaltungskosten relativieren die Ersparnis. Wer seinen Lebensmittelpunkt tatsächlich verlegt, ein tragfähiges internationales Geschäftsmodell hat und den Wegzug mit einer Steuerberatung plant, kann in Dubai gut aufgestellt sein. Rechne dabei ehrlich: Erst wenn Steuerersparnis, höhere Lebenshaltungskosten, Lizenzgebühren und eigene Altersvorsorge gegeneinander aufgerechnet sind, zeigt sich, ob sich der Umzug für dich finanziell lohnt.

Quellen

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