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Erklärvideo für Startups: Formate, Kosten und Einsatz

Erklärvideo für Startups: Einsatzbereiche, Stile, Ablauf der Produktion, Kosten, Künstlersozialabgabe und Tipps für Sichtbarkeit und Erfolgsmessung.

LH

Aktualisiert am 17.10.2026

Warum macht ein Erklärfilm für Startups Sinn?

Ein Erklärvideo zeigt in ein bis drei Minuten, welches Problem dein Produkt löst und wie es funktioniert. Für Startups ist das besonders interessant, weil neue Angebote oft erklärungsbedürftig sind und potenzielle Kunden wenig Zeit haben, lange Texte zu lesen.

Doch ein Video ist kein Selbstläufer. Es kostet Zeit und Geld, und nicht jedes Format passt zu jedem Geschäftsmodell. In diesem Ratgeber erfährst du, wofür sich Erklärfilme eignen, welche Stile es gibt, wie die Produktion abläuft, mit welchen Kosten du rechnen solltest und wie du das Video so einsetzt, dass es tatsächlich gefunden und angesehen wird.

Wofür sich ein Erklärvideo eignet

Erklärfilme sind dann sinnvoll, wenn sich ein Nutzen schwer in einem Satz beschreiben lässt. Das betrifft etwa Software, technische Produkte, neue Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle, die Kunden so noch nicht kennen.

  • Startseite und Landingpages: Besucher verstehen schneller, worum es geht.
  • Vertrieb: Das Video kann in Angebotsmails oder Präsentationen eingesetzt werden und spart wiederholte Erklärungen.
  • Pitch und Investoren: Ein kurzer Film macht das Produkt greifbar, bevor es eine fertige Version gibt.
  • Kundensupport: Anleitungen als Video reduzieren Rückfragen.
  • Recruiting und Onboarding: Neue Mitarbeitende lernen Produkt und Abläufe schneller kennen, etwa im Rahmen eines strukturierten Onboardings.

Weniger geeignet ist ein solcher Film, wenn dein Angebot ohnehin selbsterklärend ist oder sich laufend stark verändert. Dann veraltet der Clip schnell, und Nachproduktionen werden teuer.

Stile und Formate im Überblick

Erklärfilme gibt es in verschiedenen Stilen. Welcher passt, hängt von Zielgruppe, Marke und Budget ab.

Stil Typischer Einsatz Aufwand
2D-Animation Software, Dienstleistungen, abstrakte Themen Mittel
Legetechnik oder Whiteboard Prozesse Schritt für Schritt erklären Niedrig bis mittel
Screencast Software-Demos, Tutorials Niedrig
Realfilm Physische Produkte, Teams, Vertrauen aufbauen Mittel bis hoch
3D-Animation Technik, Maschinen, Medizinprodukte Hoch

Für B2B-Software reichen häufig eine 2D-Animation für die Startseite und mehrere kurze Screencasts für Funktionen. Ein Realfilm wirkt persönlicher, wenn Vertrauen eine große Rolle spielt, etwa bei Beratungsleistungen.

So läuft die Produktion ab

  1. Briefing: Zielgruppe, Kernbotschaft, Einsatzort und gewünschte Handlung nach dem Video festlegen.
  2. Skript: Ein Text von etwa 130 bis 150 Wörtern ergibt rund eine Minute Sprechzeit. Er beginnt mit dem Problem, zeigt die Lösung und endet mit einer klaren Aufforderung.
  3. Storyboard: Skizzen zeigen, was in welcher Szene zu sehen ist.
  4. Design und Animation oder Dreh: Hier entsteht der Großteil des Aufwands.
  5. Sprecher und Ton: Professionelle Stimmen, Musik und Soundeffekte.
  6. Korrekturschleifen: Vorab festlegen, wie viele Runden im Preis enthalten sind.
  7. Ausspielung: Formate für Website, Social Media und Präsentationen erstellen lassen.

Der wichtigste Schritt ist das Skript. Ein schwacher Text lässt sich auch mit aufwendiger Animation nicht retten. Plane deshalb genug Zeit ein, um Formulierungen mit echten Kunden zu testen. Oft zeigt schon ein kurzes Gespräch mit drei oder vier Personen aus der Zielgruppe, welche Begriffe unverständlich sind und welcher Nutzen am stärksten überzeugt.

Typische Fehler vermeiden

Viele Videos scheitern nicht an der Technik, sondern an der Planung. Diese Fehler kommen häufig vor:

  • Zu viele Botschaften: Ein Clip sollte eine Kernaussage transportieren. Weitere Funktionen gehören in eigene Kurzvideos.
  • Fachsprache: Was im Team selbstverständlich ist, versteht die Zielgruppe oft nicht. Teste das Skript mit Personen außerhalb des Unternehmens.
  • Fehlende Handlungsaufforderung: Am Ende sollte klar sein, was Zuschauer als Nächstes tun können, etwa eine Demo buchen oder sich registrieren.
  • Kein Plan für Aktualisierungen: Ändert sich die Oberfläche deiner Software häufig, sind modulare Szenen sinnvoll, die sich einzeln austauschen lassen.

Wer das Erklärvideo auch in bezahlten Kampagnen nutzen will, sollte früh an verschiedene Formate und Längen denken. Tipps zum Budgeteinsatz liefert der Beitrag Google Ads für Startups.

Was ein Erklärvideo kostet

Die Preise variieren stark, je nach Stil, Länge, Anzahl der Korrekturen und Nutzungsrechten. Grob lassen sich drei Wege unterscheiden:

Selbst erstellen

Mit Online-Tools und Vorlagen kannst du einfache Clips selbst produzieren. Inzwischen helfen auch KI-Werkzeuge bei Skript, Sprecherstimme oder Animation. Das ist günstig, kostet aber Zeit, und das Ergebnis wirkt oft austauschbar. Für erste Tests oder interne Anleitungen kann das genug sein.

Freelancer beauftragen

Freie Animatoren oder Filmemacher arbeiten oft günstiger als Agenturen. Achte darauf, ob Skript, Sprecher und Musik enthalten sind. Wichtig: Wenn du selbstständige Künstler oder Publizisten für Werbezwecke beauftragst, kann für dein Unternehmen Künstlersozialabgabe anfallen. Der Abgabesatz liegt 2026 bei 4,9 Prozent der gezahlten Honorare. Zahlungen an eine GmbH sind davon nicht betroffen.

Agentur beauftragen

Spezialisierte Agenturen übernehmen den gesamten Prozess von Konzept bis Ausspielung. Das ist teurer, aber planbarer. Ein Beispiel ist die Agentur Loft Film, die sich auf Erklärfilme spezialisiert hat und nach eigenen Angaben bereits mehrere tausend Videos produziert hat. Wer sich über Ablauf und Leistungen informieren will, kann hier mehr erfahren. Vergleiche aber immer mehrere Angebote und lass dir Referenzen aus deiner Branche zeigen.

Kläre bei allen Varianten die Nutzungsrechte schriftlich: Darfst du das Video unbegrenzt, auf allen Kanälen und auch in Werbeanzeigen nutzen? Sind Musik und Sprecheraufnahmen dafür lizenziert? Weitere Hinweise zu Ablauf und Agenturwahl findest du im Ratgeber Videoproduktion für Unternehmen.

Video richtig einsetzen und auffindbar machen

Ein Video bringt nur etwas, wenn es gesehen wird. Viele Startups binden den Clip auf der Startseite ein und wundern sich, dass kaum jemand ihn startet. Diese Punkte helfen:

  • Prominent platzieren: Das Video sollte ohne Scrollen sichtbar sein und ein aussagekräftiges Vorschaubild haben.
  • Untertitel: Viele Nutzer schauen Videos ohne Ton, besonders auf dem Smartphone.
  • Eigene Videoseite: Laut Google sollte ein Video, das in der Suche erscheinen soll, auf einer Seite eingebunden sein, auf der es der Hauptinhalt ist.
  • Strukturierte Daten: Mit dem Schema VideoObject, einem eindeutigen Titel, einer Beschreibung und einem Thumbnail kann Google das Video besser verstehen.
  • Mehrfach verwenden: Kurze Ausschnitte eignen sich für Social Media, Newsletter und Anzeigen.

Für die Verbreitung lohnt sich ein Blick auf Social-Media-Strategien für Startups. Wer vor allem regional Kunden gewinnen will, findet passende Formate im Beitrag zu lokalem Video-Marketing.

Erfolg messen

Verlass dich nicht auf pauschale Versprechen über Umsatzsteigerungen. Miss stattdessen selbst, was das Video bewirkt. Sinnvolle Kennzahlen sind:

  • Anteil der Besucher, die das Video starten
  • Durchschnittliche Wiedergabedauer und Absprungstelle
  • Conversion-Rate von Seiten mit und ohne Video
  • Weniger Support-Anfragen zu den erklärten Themen

Wenn viele Zuschauer nach 20 Sekunden abbrechen, liegt das Problem meist im Einstieg. Ein A/B-Test, bei dem die Hälfte der Besucher die Seite ohne Video sieht, zeigt, ob sich die Investition lohnt.

Häufige Fragen

Was ist ein Erklärvideo?

Ein kurzer Film, meist ein bis drei Minuten lang, der ein Produkt, eine Dienstleistung oder einen Ablauf verständlich erklärt. Häufig wird Animation genutzt, aber auch Realfilm und Screencasts sind verbreitet.

Was kostet ein Erklärvideo?

Das hängt von Stil, Länge, Anbieter und Nutzungsrechten ab. Selbst erstellte Clips kosten vor allem Zeit, Freelancer liegen meist unter Agenturpreisen, und aufwendige 3D-Animationen sind am teuersten. Hole mehrere Angebote mit vergleichbarem Leistungsumfang ein.

Wie lang sollte ein Erklärvideo sein?

Für Startseiten und Social Media haben sich 60 bis 90 Sekunden bewährt. Tutorials für einzelne Funktionen dürfen länger sein, sollten aber auf ein Thema fokussiert bleiben.

Wie erstelle ich ein Erklärvideo selbst?

Schreibe zuerst ein kurzes Skript, skizziere die Szenen und nutze dann ein Animations- oder Screencast-Tool. Achte auf gute Tonqualität und Untertitel. Für den ersten Auftritt deines Unternehmens kann sich später eine professionelle Produktion lohnen.

Fazit

Ein Erklärvideo hilft Startups, erklärungsbedürftige Angebote schnell verständlich zu machen, im Vertrieb Zeit zu sparen und Besucher auf der Website zu überzeugen. Entscheidend sind ein klares Skript, ein passender Stil, geklärte Nutzungsrechte und ein durchdachter Einsatz auf Website und Kanälen. Miss die Wirkung selbst und optimiere dann gezielt, statt auf pauschale Erfolgsversprechen zu vertrauen.

Quellen

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